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19 Tage im Süden Namibias (Teil 4) – Von Lüderitz nach Sossusvlei und Swakopmund in die Erongo Region

19 Tage im Süden Namibias (Teil 4) – Von Lüderitz nach Sossusvlei und Swakopmund in die Erongo Region

Wir verlassen heute die Küste und fahren die 125 km auf der B4 zurück nach Aus. Links der Straße liegt der Namib-Naukluft Park, rechts das ehemalige Diamantensperrgebiet. Auf der Strecke sehen wir wieder Wildpferde neben der Straße, somit lassen wir den geplanten Stopp in Garub aus, an der sich eine Tränke für die Pferde befindet .
In Klein Aus Vista haben wir ein Zimmer im Desert Horse Inn gebucht. Die Gästefarm liegt auf 1400 m Höhe in den Aus-Bergen am Rand der Namib, mit fantastischen Ausblicken auf die Wüste. Wir erkunden die Gegend, fahren zum Eagles Nest und weiter zur Geisterschlucht. Beides sind ebenfalls Unterkünfte von Klein Aus Vista. Auf dem Weg zur Geisterschlucht machen wir Fotos vom Old Car, aus den 1930er Jahren, welches ein Mann aus Wut angebrannt hat, und dann von den Jägern als Zielscheibe für Schießübungen benutzt wurde. Auch heute essen wir im Biergarten des  Bahnhof Hotels in Aus zu Mittag. Unsere Unterkunft ist sehr schön, aber wie schon in der „Canyon Lodge sind auch hier mehrere Bustouristen unterwegs. Die Lautstärke dieser Gruppen, und der nicht zu überhörende Inhalt ihrer Gespräche, das ist nichts für uns, und somit genießen wir lieber die Zeit auf der Terrasse unseres Bungalows und ziehen uns nach dem Abendessen auch gleich zurück.

Grenze von Simbabwe nach Botswana
Desert Horse Inn – Klein Aus Vista
Grenze von Simbabwe nach Botswana
Desert Horse Inn – Klein Aus Vista
Grenze von Simbabwe nach Botswana
Eagles Nest – Klein Aus Vista
Grenze von Simbabwe nach Botswana
Old Car – Klein Aus Vista

Heute ist mein Geburtstag, der Grund warum wir diese Reise im November machen. 

„Das Geheimnis des Glück ist, statt der Geburtstage die Höhepunkte im Leben zu zählen (Mark Twain)“.  

Wir fahren nach dem Frühstück Richtung Helmeringhausen. Auf dieser Strecke begegnet uns auf 200 km nur ein einziges Auto. Eine Autopanne sollte man hier besser nicht haben.
Im Betta Camp tanken wir auf und trinken einen Kaffee. Unser Ziel ist das Desert Camp, welches nur 5 km vom Einfahrtstor zum Sossusvlei und Sesriem-Canyon im Namib Nauklauft Park liegt. Als wir ankommen hat es 36° Grad und wir relaxen am Pool. Zum Abendessen müssen wir 5 km zur Sossusvlei Lodge fahren. Wow, das ist ein Geburtstags Essen! Es gibt ein sehr reichhaltiges Buffet, und wir genießen die tolle Atmosphäre bei Kerzenschein. Anschließend trinken wir noch ein Gläschen Wein im Camp unter dem einmaligen afrikanischen Sternenhimmel.
Diese Stille und die Weite, das ist Afrika!! Ein Geburtstag ganz nach meinem Geschmack.

Blick über den Fluss Kwando
Strecke von Aus nach Betta auf der C13/C27
Blick über den Fluss Kwando
Kaffepause in Betta
Blick über den Fluss Kwando
Buffet in der Sossusvlei Lodge
Blick über den Fluss Kwando
Buffet in der Sossusvlei Lodge
Blick über den Fluss Kwando
Buffet in der Sossusvlei Lodge
Blick über den Fluss Kwando
Dinner in der Sossusvlei Lodge

Da wir heute schon rechtzeitig im Sossusvlei sein wollen, holen wir um 05:30 Uhr unser Breakfast Basket an der Sossusvlei Lodge ab, und sind überrascht, wie riesig dieser Korb ist. Er ist gefüllt mi 1l Milch, 1l Orangensaft, 2 mal 500g Joghurt, Marmelade, Wurst und Käseplatte, Obst, Brot und Müsli. Das reicht uns für den ganzen Tag.
Wir sind die zweiten bei der Einfahrt in den Park. Da wir so früh dran sind, ist noch wenig los, und das ist gut so. Wir  fahren direkt zum „Sossusvlei“ und entscheiden uns, die letzten 5 km den Shuttle zu den Dünen zu nehmen. Sossusvlei ist eine von mächtigen Dünen umschlossene, salzverkrustete Lehmsenke. Die Dünen erreichen teilweise Höhen von mehr als 300 m und gehören damit zu den höchsten der Welt. Anstatt wie viele andere Touristen erklimmen wir nicht die Dünen, sondern laufen gleich bis zum Dead Vlei, mit aus dem Sand ragenden abgestorbenen Kameldornbäumen. Auf dem Rückweg machen wir an der Düne 45 Picknick. Ich entscheide mich dann noch, auf die Düne rauf zu laufen, und schaffe es bei 30° Grad fast bis ganz nach oben.
Nachdem wir die tolle Aussicht auf die Düne und der umliegenden Landschaft einige Zeit auf uns wirken lassen, fahren wir zurück und bezahlen an der Ausfahrt vom Park den Eintritt.
Den restlichen Tag verbringen wir im Schatten am Pool. Als wir heute vom Abendessen zurückfahren, läuft uns ein Stachelschwein über den Weg, und auf unserer Terrasse hat ein Schakal während unserer Abwesenheit die Mülltonne geplündert. 

Sossuvlei - Shuttleservice
Shuttleservice – Sossusvlei
Deadvlei
Deadvlei
Sossusvlei - Deadvlei
Deadvlei
Sossusvlei - Düne 45
Sossusvlei – Düne 45
Breakfast Basket
Breakfast Basket
Desert Camp - Sesriem
Desert Camp – Sesriem

Heute führt uns unser Weg ca. 350 km über den Gaub und Kuiseb Pass wieder an die Küste in der Erongo Region. Diese Region umfasst den westlichen zentralen Teil Namibias und ist die wirtschaftlich die zweitstärkste Region mit Swakopmund als Regionalhauptstadt und Walvis Bay mit dem einzigen Tiefseehafen des Landes.
Wir checken im Beach Hotel ein, und bekommen ein sehr schönes Zimmer mit großer Terrasse, von der man einen wunderschönen Blick auf den Atlantik hat. Diese können wir allerdings kaum nutzen, da es wieder einmal sehr windig und damit kühl ist.
Wir machen uns auf zu einem Rundgang durch Swakopmund, ein beliebtes Seebad mit deutschem Flair. Wir schauen uns einige Sehenswürdigkeiten, wie das Woermann Haus mit seinem 25 hohen Damara-Turm  an, und landen im Museums Cafè. Hier ist es windgeschützt und wir bleiben bei Kaffee und Gin Tonic eine ganze Weile sitzen. Man kann hier die Menschen beobachten, wie sie den Strand genießen, wie sie bummeln, und wie die Kinder am Spielplatz toben. Zwei Himba Frauen versuchen, sich gegen Cash mit Touristen fotografieren zu lassen. Was soll man davon halten? Wir haben ein gutes Gefühl beim Herumlaufen, und fühlen uns sicher.

Brücke am Kuiseb Pass
Brücke am Kuiseb Pass
Beach Hotel - Swakopmund
Beach Hotel – Swakopmund
Strand in Swakopmund
Strand in Swakopmund
Woermann Haus - Swakopmund
Woermann Haus – Swakopmund

Am zweiten Tag in Swakopmund entschließen wir uns, zum 130 km entfernten Cape Cross Seal Reserve zu fahren. Hier befinden sich wirklich ca. 250 000 Robben, aber nicht etwa in großem Abstand zu uns, sondern man kann sich zwischen ihnen bewegen, und sie lassen sich nicht weiter stören. Die Mütter bekommen ihre Babys, und wir können sogar beobachten, wie eines der Kleinen noch an der Nabelschnur hängt. Es ist der Wahnsinn, und so was von beeindruckend. Allerdings liegen auch viele tote Babys da. Aber so ist die Natur. Der Geruch ist nicht ganz so schlimm, wie im Reiseführer angegeben. 

Auf der Rückfahrt kommen wir an einer Anlage zur Gewinnung von Meersalz vorbei. Zurück im Hotel gönnen wir uns eine Massage, die nach dem langen Sitzen im Auto sehr gut tut. Anschließend trinken wir im Tiger Reed einen Gin Tonic bevor wir zum Abendessen ins Lighthouse Restaurant gehen. Heute ist es nicht mehr ganz so windig, und somit können wir zum Abschluss des Tages noch ein Gläschen Wein auf der Terrasse des Hotels trinken. 

Cape Cross Seal Reserve
Cape Cross Seal Reserve
Tiger Reed - Swakopmund
Tiger Reed – Swakopmund
Blick vom Beach Hotel - Swapkopmund
Blick vom Beach Hotel – Swapkopmund
Blick vom Beach Hotel - Swapkopmund
Blick vom Beach Hotel – Swapkopmund

Nach dem Auschecken am nächsten Tag im Beach Hotel, starten wir in Richtung Erongo Gebirge, einer einzigartigen Landschaft, wo sich Wüste, Gebirge und Buschland vereinen. Wir kommen an der Rössing Uran Mine vorbei, bevor wir bei Arandis einen tollen Blick auf die Spitzkoppe, dem „Matterhorn von Namibia“ haben. Mit 1.728 m ist die Spitzkoppe zwar nicht der höchste Berg Namibias, aber auf Grund seiner markanten Umrisse gilt er als bekanntester Berg im Lande. Auf der Fahrt wird im Radio Weihnachtsmusik gespielt. Das hört sich hier seltsam an, obwohl es ja nur noch ein paar Tage bis zum ersten Advent sind. Gegen Mittag erreichen wir die Onduruquea Lodge und bekommen einen Bungalow mit direktem Blick auf die Wasserstelle. Es ist wieder einmal sehr heiß, und somit relaxen wir in unserem Bungalow. Erst nach 17:00 Uhr wird es kühler – 37° Grad – und wir beobachten bei einem kühlen Bierchen die  Elans, Springböcke, Gnus, Impalas und Warzenschweine an der Wasserstelle. Das Abend Menü wird vom Chef selbst serviert und ausführlich erklärt. Er hat in Holland in einem Restaurant mit einem Michelin Stern gearbeitet. Naja, wir bräuchten das nicht! 

Spitzkoppe
Spitzkoppe
Onduruquea Lodge - Omaruru
Onduruquea Lodge – Omaruru

Heute entscheiden wir uns nur kurz nach Omaruru zu fahren, denn es hat am frühen Morgen schon fast 30° Grad. Wir fahren zum Franke Turm und anschließend zur Tikoloshe Afrika Schnitzerei. Hier arbeiten mehrere Schnitzer aus der Kavango-Region und bearbeiten das Wurzelholz des Mopane-Baums. Wir kaufen eine „San – Figur“ für uns, einen „San Stock“ und einen kleinen Leoparden für die Enkel. Anschließend fahren wir noch an einer Weinkellerei vorbei, halten aber nicht an, da es für eine Weinprobe nicht der richtige Zeitpunkt ist.

Am späten Nachmittag ziehen Gewitterwolken auf, aber leider regnet es nur ein paar Tropfen. Dabei wartet hier jeder sehnsüchtig auf Regen. Beim Abendessen fällt dann plötzlich der Strom aus, aber ein Notstromaggregat steht zur Verfügung und liefert Strom, bis jeder in seinem Bungalow ist. Allerdings geht die Stromversorgung dann auch bald wieder.

Franke Turm - Omaruru
Franke Turm – Omaruru
Schnitzerei Tikoloshe - Omaruru
Schnitzerei Tikoloshe – Omaruru

Vorletzter Tag unserer Reise. Als Abschluss steht noch eine Übernachtung auf der Düsternbrook Guest Farm mit einer Leoparden- und Gepardenfütterung auf unserem Programm. Düsternbrook ist die erste und somit älteste Gästefarm in Namibia. Die Anfahrt hierher ist nicht ganz so einfach wie wir dachten. Erst fehlte auf der B1 die entsprechende Beschilderung zur Gästefarm, und dann muss man gute 20 km auf einer unbeschilderten Pad fahren. 

Wir übernachten im  River Tent Nr. 8, naja, da haben wir schon in schöneren Zelten übernachtet – es ist alles schon sehr abgewohnt!!! 

Gestern waren Wahlen in Namibia, und ein Wahllokal war auf „Düsternbrook“.

Nach einer kurzen Siesta starten wir zur Leoparden und Geparden Tour. Die Raubkatzen werden gefüttert, und es ist sehr interessant die Raubkatzen zu beobachten. Zurück von der Tour trinken wir noch einen Rock Shandy auf der Aussichtsterrasse und lassen zum letzen mal die afrikanische Landschaft auf uns wirken. 

Da unser Rückflug von Air Namibia am nächsten Tag nicht wie geplant um 20:00 Uhr abends startet, sondern um 08:00 Uhr morgens, müssen wir bereits um 02:00 Uhr aufstehen. Wir fahren in stockdunkler Nacht erst auf der Pad und dann quer durch Windhoek zum Flughafen. Die Rückgabe des Autos klappt problemlos und wir können auch bald einchecken. Noch ein letzter Kaffee vor dem Flughafen, und es geht nach Hause. 

Düsternbrook Guestfarm
Zelt Nr. 8 – Düsternbrook Guestfarm
Düsternbrook Guestfarm
Düsternbrook Guestfarm
Leopard - Düsternbrook Guestfarm
Leopardenfütterung – Düsternbrook Guestfarm
Gepard - Düsternbrook Guestfarm
Gepardenfütterung – Düsternbrook Guestfarm

Fazit und Tipps:

  • Es war eine sehr schöne, abwechslungsreiche Reise.
  • Wir hatten mit unserem Toyota Fortuner SUV auf den 4330 km  keine Probleme. 
  • Der Schwerpunkt lag auf den Sehenswürdigkeiten im Süden und nicht auf Sichtung von Tieren.
  • Highlights waren Sossusvlei, Fish River Canyon, Kolmanskuppe, die Robben Kolonie sowie die Löwen im Kgalagadi Park.
  • Vom Kgalagadi Park hatten wir mehr Sichtungen von Löwen und anderen Raubkatzen erwartet.
  • An der Küste ist es sehr windig und kühl.
  • Die Bevölkerung ist überwiegend sehr freundlich, und man fühlt sich sicher.
  • Die Unterkünfte waren alle schön, allerdings haben wir die Afrika Stimmung mit dem gemeinsamen Essen in einer kleinen Gruppe und das Sitzen an der Booma vermisst.
  • Für unseren Geschmack waren zu viele Bus Touristen unterwegs.
  • Die Pads sind durch die großen Touristenbusse oft in sehr schlechtem Zustand.
  • Es war für uns in den Nachmittags Stunden eindeutig zu heiß.
  • Wir hatten kaum Moskitos.
  • Namibia steht vor großen Problemen, da es nicht bzw. zu wenig regnet.
  • Wer einen Föhn benötigt, sollte einen mitnehmen, da er selten in den Unterkünften vorhanden ist.
  • Wasserkocher waren in allen Unterkünften vorhanden
  • Wir hatten überwiegend Trecking-Sandalen an. 
  • Ein Lappen zum Putzen der Taschen bzw. des Autos wäre sinnvoll.
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Von |2020-02-12T17:28:50+01:0009. Februar 2020|Kategorien: Afrika, Allgemein|Tags: , , , , , , , , , , , |

Ein Kommentar

  1. linda jarosch 1. März 2020 um 21:22 Uhr - Antworten

    Klasse Bericht! Sehr eindrucksvolle Fotos. Schön, dass du so viel Tolles erleben darfst! Weiter so, liebe Lissy!!!!! Gruß auch an Thomas!

    LG,
    Linda 🙂

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