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19 Tage im Süden Namibias (Teil 3) – Vom Kgalagadi N.P. über den Fish River Canyon nach Lüderitz

19 Tage im Süden Namibias (Teil 3) – Vom Kgalagadi N.P. über den Fish River Canyon nach Lüderitz

Heute verlassen wir Südafrika. Wir fahren auf der R360 Richtung Süden, biegen dann auf die R31 ab und sind auf der geteerten Straße bald an der Grenze. Am Straßenrand stehen einige San, die wahrscheinlich bereit wären, sich fotografieren zu lassen. Wir halten aber nicht an.
Ein sehr netter Mann vom Grenzpersonal ist uns behilflich, da wir irgendeine Nummer nicht parat haben. Er findet die Zulassungsnummer dann auf der Windschutzscheibe, schnell ist alles erledigt, und wir können weiterfahren.

Jetzt geht es wieder auf die Pad. Nach einer Strecke von 115 km, auf der wir nur ab und zu an einer Farm vorbeikommen und uns auch nur wenige Autos begegnen, erreichen wir „Aorob“. Es hat inzwischen wieder 32°Grad. Um die Mittagszeit kommen wir in Keetmanshoop an. Keetmanshoop ist mit ca 22.000 Einwohnern nicht besonders groß, wird aber trotzdem als die bedeutendste Siedlung des südlichen Namibias angesehen. Sie ist Verkehrsknotenpunkt für den Straßen- und Bahnverkehr und Versorgungszentrum für den gesamten Süden Namibias. Wir checken im Quiver Inn ein, das in fußläufiger Entfernung zum Stadtzentrum liegt. Im Shooters essen wir eine Kleinigkeit und kaufen danach noch Getränke. Bei der Hitze ist wieder eine Siesta angesagt. Wir trinken im Garten Kaffee, und es erreicht uns die Nachricht, dass unser Rückflug am 28. November von 20:00 Uhr abends auf 08:00 früh verschoben wurde. 

Jetzt reicht es uns: NIE MEHR AIR NAMIBIA !!!

Am späten Nachmittag fahren wir zur Farm Gariganus, um uns den Köcherbaumwald anzusehen. Was wir nicht wussten ist, dass hier auch wildlebende Geparden gefüttert werden. Wir haben Glück, denn die Fütterung beginnt 10 Minuten nach unserer Ankunft.  Es ist sehr beeindruckend, dass man nahe bei den Geparden stehen kann, während sie gefüttert werden. Auch die Informationen, welche uns der Besitzer während der Fütterung gibt, sind sehr interessant. Anschließend warten wir erst noch etwas im klimatisierten Auto, bis das Licht zum fotografieren besser ist, und laufen dann durch den Köcherbaumwald, wo Thomas viele Fotos macht. Der Köcherbaumwald mit bis zu 300 Exemplaren dieser Art wurde 1955 zum Nationalmonument erklärt. Diese Bäume speichern in ihrem Stamm Wasser, können bis zu 300 Jahre alt werden, und die Sans benutzten das Holz, um daraus Köcher für ihre Pfeile herzustellen.
Zum Abendessen gehen wir ins Schützenhaus. Es ist ein altes Traditionshaus aus dem Jahre 1907 und war der älteste deutsche Club im südlichen Afrika, dementsprechend gibt es auch viele deutsche Traditionsgerichte. Wir lassen uns den leckeren Fisch schmecken.

Grenze von Simbabwe nach Botswana
Gepardenfütterung auf der Farm Gariganus
Grenze von Simbabwe nach Botswana
Köcherbaum Wald in Keetmanshoop

Über den Naute Damm fahren wir heute Richtung des 1995 gegründeten Gondwana Canon Park, mit einer Fläche von 1.300 Quadratkilometern. Er liegt in einer der heißesten und trockensten Teile Namibias. Auf dem Weg legen wir eine längere Pause im Canyon Farm Yard ein. Es ist ein gemütliches Café am Straßenrand, welches mit seinem Apfelstrudel Reklame macht. Alles ist sehr nett gestaltet, und die Besitzerin ist sehr freundlich und gesprächig.
Sie berichtet uns, dass viele Farmer aufgeben müssen, da es hier seit 5 Jahren nicht mehr geregnet hat. Die beste Reisezeit für diese Gegend sei der Mai, da dann das Klima gut ist, kaum jemand Urlaub hat, und keine Kinder unterwegs sind.
Die Brunnen auf den Farmen sind zwischen 80m und 200 m tief, aber das Wasser ist teilweise salzig. Der berühmte Apfelstrudel stellt sich allerdings mehr als Apfelkuchen heraus. Als wir die Canyon Lodge erreichen sind wir begeistert. Die Lodge verfügt über ca. 30 aus Naturstein gemauerten, mit Gras bedeckten Bungalows, die sich in Aussehen und Form den Felsformationen perfekt anpassen und einem das Gefühl geben, mit der umliegenden Natur Eins zu sein. Auch die Einrichtung ist perfekt angepasst. Es gibt einen Pool mit toller Aussicht. Im schönen Garten der Lodge kann man viele Klippschliefer sehen, deren Körperbau an Meerschweinchen erinnern, und es laufen auch einige Oryx herum, um das Gras zu fressen. Als wir am Pool relaxen, steht plötzlich ein Oryx ganz nahe bei uns, ich erschrecke, aber er auch, und somit verzieht er sich, bevor ich ihn fotografieren kann.

Blick über den Fluss Kwando
Naute Damm
Blick über den Fluss Kwando
Altes Auto an der Canyon Farm Yard
Blick über den Fluss Kwando
Pad – C12
Blick über den Fluss Kwando
Canyon Lodge
Blick über den Fluss Kwando
Pool der Canyon Lodge
Blick über den Fluss Kwando
Klippschliefer

Heute Morgen sind erstmal lange Hose und Fleece angesagt, da es nur 15° Grad hat. Bei der ersten Tasse Kaffe auf unserer Terrasse laufen 8 Oryx und 3 Bergzebras vorbei. Eine wunderschöne Atmosphäre.
Man soll es nicht glauben, aber die Kekse und Tomaten in unserer Proviant Schachtel sind angeknabbert. Man kann nicht vorsichtig genug sein! Welches der kleineren Tiere es wohl wieder einmal in unseren Bungalow geschafft hat?
Wir fahren die kurze Strecke zum Fisch River Canyon. Der Fish River ist ca. 800 km lang und damit der längste Fluss Namibias. Er entspringt im östlichen Naukluft Gebirge und mündet südwestlich von Ai-Ais in den Oranje. Der Canyon selbst ist ca. 160 km lang, bis zu 27 km breit und bis zu 550 m tief, und somit der der größte Canyon Afrikas und gilt nach dem Grand Canyon als zweitgrößter Canyon der Erde. Im Winter, in der trockenen Jahreszeit, sieht man oft überhaupt kein Wasser bzw. nur einzelne Tümpel, während er sich im Sommer nach Regengüssen in einen reißenden Strom verwandeln kann.
Am Aussichtspunkt unterhalten wir uns mit einem Mann, der eine Farm und auch ein Reiseunternehmen hat. Er berichtet uns auch über die Trockenheit in Namibia, was zur Folge hat, dass man im Etosha viele abgemagerte Tiere sieht, und es im Okavango und im Caprivi auch nur wenig Wasser gibt. Farmer in Namibia müssen das Futter für die Tiere z.T. aus Südafrika bringen lassen und zahlen alleine für den Transport ca. 2000 € pro LKW.

Wenn es nicht bald ausgiebig über längere Zeiträume regnet, gibt es bald keine Farmer mehr in Namibia. Der Canyon ist sehr beeindruckend, und wir halten an drei Aussichtspunkten. 

Nach dem Abendessen genießen wir die wundervolle Stimmung bei einem Gin Tonic, bevor wir schlafen gehen.

RIVERDANCE LODGE - Namibia
Fish River Canyon
RIVERDANCE LODGE - Namibia
Aussichtspunkt am Fish River Canyon
RIVERDANCE LODGE - Namibia
Startpunkt zum Hiking Trail am Fish River Canyon
RIVERDANCE LODGE - Namibia
Sonnenuntergang – Canyon Lodge

Nach dem Frühstück verlassen wir heute den Gondwana Canon Park. Im 22 km entfernten  Canon Roadhouse tanken wir und schauen uns ein wenig um. Es ist eine Übernachtungsmöglichkeit, die mit ihrer urigen Atmosphäre und cooler Oldtimer-Dekoration einen kurzen Stopp wert ist. Auf der B4 geht es dann weiter nach Aus.  Es ist ein kleiner Ort und war einst die Anlaufstelle für Abenteurer, die dem Lockruf der Diamanten folgten. Hier essen wir im Biergarten des geschichtsträchtigen Bahnhofshotel. Wir fahren weiter und können Wildpferde der Namib am Straßenrand beobachten. Kurz vor Lüderitz ist es sehr windig, und der Sand wird auf die Straße geweht. Mit Bulldozern wird der Sand von der Fahrbahn geräumt, wie bei uns der Schnee. In Lüderitz checken wir im Nest Hotel ein. Lüderitz, wo die deutsche Geschichte Namibias begann, liegt mit seinen rund 30.000 Einwohnern direkt am Ozean und an der sogenannten Diamantküste. Es hat zwar 23° Grad, ist aber sehr windig und dadurch doch recht kühl.

Eingang zum Mahango Gamepark - Namibia
Canon Roadhouse
Eingang zum Mahango Gamepark - Namibia
Bar im Canon Roadhouse
Eingang zum Mahango Gamepark - Namibia
Wildpferde bei Aus
Eingang zum Mahango Gamepark - Namibia
Felsenkirche in Lüderitz

Am nächsten Tag brechen wir recht früh am Morgen zur Geisterstadt Kolmanskop auf. Diamantenfunde und der folgende Diamanten-Rausch ließen hier ab 1908 mitten in der Wüste einen Ort mit prachtvollen Häusern aus dem Boden wachsen. Innerhalb von zwei Jahren zeichnete sich in rasantem Tempo eine bisher beispiellose Stadtentwicklung ab. Die dadurch geschaffene Infrastruktur suchte seinesgleichen. Ab 1911 gab es elektrischen Strom, ein Casino, eine Schule, ein Krankenhaus, eine Turnhalle und vieles mehr. So wurde Kolmanskop zur reichsten Stadt Afrikas. Im Jahr 1928  waren die Diamanten-Vorkommen hier schließlich nahezu erschöpft und die Diamantenförderung wurde eingestellt. Die Stadt wurde sich selbst überlassen, und nachdem 1960 die letzten Einwohner die Stadt verlassen hatten, holte sich die Wüste ihr Terrain zurück. Heute haust in den den Gebäuden der Sand. 

Als nächstes fahren wir zum Lüderitz Denkmal auf Shark Island. Anschließend machen wir eine Fahrt über die Lüderitz Halbinsel, ein Naturschutzgebiet mit zahllosen kleinen Buchten und unberührten Stränden. Wir erreichen den sturmumtosten Diaz Point, wo der portugiesische Seefahrer Bartholomeus Diaz 1488 als erster Europäer an Land ging und eines seiner steinernen Kreuze errichtete. Wir fahren den Rundweg über die „große Bucht“, an der Kitesurfer ihren Spaß haben, zurück. Am Nachmittag bummeln wir durch Lüderitz. Besonders schön ist Lüderitz für uns nicht. Im Café Cosy Corner trinken wir einen Kaffee und lassen uns ein Stück Torte schmecken. Auf dem Weg zurück zum Hotel ist es wieder sehr windig und der Sand weht uns um die Nase. Zum Abendessen lassen wir uns im Hotel zum Buffet überreden. Es ist sehr lecker, kostet aber auch 420 N$ pro Person.

Frisches Fleisch am Strassenrand
Kolmanskop
Frisches Fleisch am Strassenrand
Kolmanskop
Frisches Fleisch am Strassenrand
Denkmal auf Shark Island – Lüderitz
Frisches Fleisch am Strassenrand
Denkmal auf Shark Island – Lüderitz
Frisches Fleisch am Strassenrand
Diaz Point
Frisches Fleisch am Strassenrand
Diaz Point
Hier könnt ihr erfahren, wie es uns im dritten und letzten Teil unserer Reise durch den Süden von Namibia von Lüderitz über Sossusvlei und Swakopmund in die Erongo Region ergangen ist.
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