9 Tage mit dem Motorrad nach Kärnten und Slowenien

9 Tage mit dem Motorrad nach Kärnten und Slowenien

Eine Motorrad Tour im August war geplant. Eigentlich sollte unsere Tour bis Kroatien gehen. Die Hitze dort hat uns aber davon abgehalten. Dass es in Kärnten, Slowenien und Südtirol auch fast bis 40 Grad heiß wird, wussten wir bei der Planung noch nicht. Starten wollten wir am Dienstag, dem 25. Juli, aber auf Grund von Regen, ging es dann erst am Freitag, dem 28. Juli los.

Wir starteten die Tour über Vilsbiburg, Kirchdorf am Inn, Ried im Innkreis bis zum Attersee. Das Wetter war nicht wirklich berauschend, es war kühl mit leichtem Nieselregen, aber die Regenbekleidung mussten wir zum Glück nicht auspacken. Am Attersee angekommen, hatten wir im Hotel Alpenblick ein sehr schönes Zimmer mit Blick auf den Attersee. Wir ließen uns das Menü im Restaurant des Hotels schmecken, und das war es dann auch für diesen Tag.

Kurzer Stop in der Fränkischen Alb
Hotel Alpenblick am Attersee
Kurzer Stop in der Fränkischen Alb
Blick auf den Attersee

Am nächsten Tag starteten wir bei schönem Wetter Richtung Sölkpass. Wir hatten Glück, denn nach den Unwettern eine Woche später, wäre es mit dieser Strecke nichts geworden. Der Pass wurde für die nächsten Wochen gesperrt. Wir aber genossen die Fahrt, und machten an der Landschaftsteichanlage Rottenmann bei  Ranten Mittagspause mit Kaiserschmarrn.
Über die Turacher Höhe ging es kurvenreich und steil bergauf bis auf 1800 m. Schon hier wurde uns bewusst, dass es eine heiße Tour wird, denn selbst auf dieser Höhe kamen wir ins schwitzen. Unser Ziel für heute war der Faaker See. Allerdings war direkt am See keine Unterkunft zu finden – so ist es halt mal in der Hauptreisezeit -, und somit landeten wir in Ledenitzen, ca. 3 km vom See entfernt.
In der Pension Goja wurden wir von der Chefin freundlich empfangen, und konnten unser Zimmer beziehen. Die Einrichtung erinnerte eher an die Zeit vor 30 Jahren, aber alles war sauber und zweckmäßig, und wir hatten einen Balkon auf dem ich unsere gewaschenen Sachen hängen konnte. Die Chefin lud uns auf einen Kaffee ein, und nach der notwendigen Dusche machten wir uns auf den Weg zum Gasthof Rausch. Die 1,5 km Fußmarsch waren nach dem langen Sitzen auf dem Bike auch nicht schlecht, und somit schmeckte das Abendessen und das Bier um so besser.

An der Bleilochtalsperre
Die Sage von Rottenmann
An der Bleilochtalsperre
Landschaftsteichanlage Rottenmann bei  Ranten
An der Bleilochtalsperre
Pension Goja in Ledenitzen
An der Bleilochtalsperre
Pension Goja in Ledenitzen

Am nächsten Morgen überraschte uns die Chefin damit, dass sie uns ein „Sackerl“ anbot, damit wir die Sachen von Frühstück einpacken konnten, die wir nicht geschafft hatten. Somit hatten wir unseren Mittagssnack dabei und wir starteten Richtung Wörthersee. Wir machten je einen Stopp in Maria Wörth und am Strandbad von Klagenfurt. Ich war das letzte mal vor gut 30 Jahren hier, und wie überall auf der Welt hat sich einiges verändert.
Über eine schöne Strecke nördlich vom Wörthersee fuhren wir zurück zum Faaker See. Da ein Gewitter aufzog fuhren wir gleich weiter nach Ledenitzen und genehmigten uns einen Kaffee mit Topfenstrudel im Cafe Triangolo, direkt neben unserer Unterkunft. Frisch geduscht liefen wir die 3 km zum See und suchten nach einem Gasthaus für das Abendessen. So leicht war das am Faaker See aber nicht. Wir liefen fast eine Stunde am See hin und her und landeten schließlich am Campingplatz Gruber. Jetzt erst mal einen Aperol Spritz, danach Pizza bwz. Gyros und ein Weizen, und wir waren wieder zufrieden. Meine Füße waren anscheinend nur aufs Motorradfahren eingestellt, denn auf dem Rückweg zur Pension konnte ich auf Grund einer Blase nur noch humpeln.

Überfahrt mit der Mühlenfähre
Maria Wörth am Wörthersee
Überfahrt mit der Mühlenfähre
Klagenfurt am Wörthersee
Überfahrt mit der Mühlenfähre
Campingplatz „Gruber“ am Faakersee

Am Montag fuhren wir nach dem Frühstück erst einmal ins Bärental, ein 7 km langes Tal in den Karawanken. Gesehen haben wir keinen Bären, aber die Strecke war trotzdem sehr reizvoll. Über den Loiplpass ging es dann nach Slowenien. Mit dem Blick auf die Karawanken zur Rechten fuhren wir zu einem Picknickplatz bei Mojstrana. Hier kam das „Sackerl“ wieder zum Einsatz. Ich fand diesen Platz an einem Fluss so schön, dass ich es schon noch länger hier ausgehalten hätte. Aber wir wollten ja noch über den Wurzenpass zurück zu unserer Pension. Im Gasthaus am Wurzenpass wurden wir von einem geselligen Wirt begrüßt, welcher uns eine deftige Brettljausen servierte und seine Witzchen machte. Zurück in der Pension planten wir die Route für den kommenden Tag, denn wir werden Kärnten verlassen. Mit einem weiteren Abendessen im Gasthof Rausch und einem Absacker im Cafe Triangolo beendeten wir den Tag.

Biergarten Lothramühle
Fahrt durch das reizvolle Bärental
Biergarten Lothramühle
Im Bärental
Biergarten Lothramühle
Picknickplatz bei Mojstrana

Die nächste, diesmal weniger positve Überraschung unserer Pensions Chefin war heute, dass wir unsere Übernachtung per Bareinzahlung auf der Bank einzahlen sollten. So etwas hatten wir auch noch nicht erlebt. Aber was soll`s, wir liefen zur Bank, erledigten die Bezahlung und fuhren diesmal in entgegengesetzter Richtung über den Wurzenpass. Erst noch ein Stopp am Vasna See und dann kam das Highlight unserer Tour, der Virsicpass. Leider wurde das Vergnügen durch eine Baustelle eingeschränkt. Aber nachdem wir diese hinter uns hatten, bewies Thomas sein Fahrgeschick indem er 49 z.T. sehr schmale und unübersichtliche Kehren super meisterte. Und dabei bestand der Fahrbahnbelag in den Kehren auch noch aus Granitsteinpflaster. Zum Glück war es trocken, denn bei Regen muss man diesen Pass nicht fahren. Kurz vor Trenta legten wir dann am Fluss Soca eine kurze Pause ein und ließen die tolle Landschaft auf uns wirken.
Eigentlich wollten wir in Bovec, einem netten Ort, übernachten, aber hier war so viel los, dass wir uns entschieden haben, weiter zu fahren. Zu  allem Pech löste sich auch noch die Sohle meines Motorradstiefels. Aber Thomas hatte ein Panzertape dabei, und damit habe ich die Sohle fixiert in der Hoffnung, dass es hält. Als nächstes suchten wir in Tolmin nach einer Unterkunft. Aber auch hier hatten wir Pech. Inzwischen war es so heiß, dass wir erst einmal in einer Bar unseren Flüssigkeitsverlust auffüllten, natürlich mit Wasser und nicht mit Bier. Wir waren ziemlich genervt, aber dann fanden wir doch noch über das Internet eine Unterkunft in Ciginj. Im „Blue House“ wurden wir sehr nett empfangen und waren begeistert von den individuell eingerichteten Zimmern. Jetzt gab es ein Bier in einer Pizzeria gegenüber. Wir hatten eine nette Unterhaltung mit einem Mann, der hier geboren ist, in Canada lebt, aber ein paar mal im Jahr hierher zurück kommt. Nach einer kurzen Siesta aßen wir in der Pizzeria Cevapcici und Raznjici und gingen frühzeitig schlafen. Die Hitze und das Suchen nach einer Unterkunft hatten uns ganz schön geschlaucht.

Blick nach Kloster Banz
Fahrt über den Virsicpass
Blick nach Kloster Banz
Fahrt über den Virsicpass
Blick nach Kloster Banz
Kurze Pause am Fluss „Soca“
Blick nach Kloster Banz
Kurze Pause am Fluss „Soca“

Nach einem leckeren Frühstück starteten wir am nächsten Tag Richtung Lake Bohinj im Triglav Nationalpark. Auf Grund einer Baustelle mussten wir zwar einen Umweg fahren, aber die Strecke mit Blick auf den 2864 m hohen Triglav in den Julischen Alpen, war sehr schön. Am See angekommen, waren wir dann doch überrascht über die Größe des Sees mit 3,18 qkm. Auf unserer Karte sah er viel kleiner aus, und ich hatte mir eine idyllische Übernachtung vorgestellt. Von wegen – der See ist zwar wunderschön, aber es wimmelte von Touristen. Also gab es nur eine kleine Stärkung in einer Bar, und wir fuhren weiter. Die Strecke führte uns über Bled, vorbei an dem uns bekannten Picknickplatz Mojstrana bis nach Kranjska Gora, einem bekannten Erholungs- und Wintersportort nahe der österreichischen Grenze. Der Ausblick hier auf die Karawanken im Norden und die Julischen Alpen im Süden ist grandios. Weniger grandios war das Hotel Kompass. Das Personal war unfreundlich, das Zimmer ohne Balkon, aber mit Schimmel im Badezimmer. Und das bei einem stolzen Preis. Wir ließen uns die Laune aber nicht verderben, genehmigten uns erst mal ein Bier in der Sporty Bar und genossen die Aussicht auf die Berge. Nach dem Abendessen bummelten wir noch durch die Stadt und hatten Glück, dass wir mit unserem Eiskaffee schon fertig waren, als plötzlich ein Gewitter mit starkem Wind aufzog. So wurde es wenigstens etwas kühler.

Rast im Steigerwald
Lake Bohinj im Triglav Nationalpark
Rast im Steigerwald
Bled
Rast im Steigerwald
Kranjska Gora
Rast im Steigerwald
Blick zu den Karawanken

Ich konnte es kaum glauben, am nächsten Tag löste sich auch die Sohle vom zweiten Stiefel. Aber mit der Reparatur hatte ich ja schon Übung, und wenn der erste Stiefel bis jetzt gehalten hat, wird es der zweite auch bis nach Hause schaffen. Es sah zwar lustig aus, aber was soll`s. An diesem Tag ging es erst einmal nach Italien, aber natürlich nicht ohne vor der Grenze noch Zigaretten einzukaufen. An der Grenze zu Österreich machten wir eine Kaffeepause, und weiter ging die schöne Strecke zwischen den Karnischen Alpen und den Gailtaler Alpen durch das Gailtal nach Hermagor. Hier machen wir einen Abstecher über den Gailbergsattel, einer schönen Panoramastraße, bevor wir im Gasthaus zum Löwen in St. Jakob im Lesachtal Mittagspause machten. Wir waren die einzigen Gäste, und wurden mit Schwammerln und Semmelknödel verwöhnt. Nach ca. zwei Stunden erreichten wir unser nächstes Etappenziel, Olang im Pustertal. Eigentlich wollten wir bei einem Bekannten von Thomas übernachten, welcher hier mit seiner Frau eine Pension führt, aber leider waren sie schon ausgebucht. Wir suchten uns somit ein Hotel, im Zentrum von Olang, gönnten uns die ersehnte Dusche, und ich machte mich daran, unsere T-Shirts zu waschen, denn bei dieser Hitze waren sie nach jeder Etappe zum Auswinden nass. Es war so warm, dass mir ein noch leicht feuchtes T-Shirt auf dem Fußweg zu Thomas Bekannten am Körper trocknete. Wir hatten uns nämlich auf ein Bierchen bei ihnen verabredet und genossen dieses, und die Unterhaltung im kühlen Schatten. Nach einer Pizza und einem Absacker in der Hotelbar machte es den Anschein, als ob es regnet. Aber es waren nur einige Tropfen und an Abkühlung war nicht zu denken.

Rast im Steigerwald
‎⁨Sankt Jakob im Lesachtal⁩
Rast im Steigerwald
‎⁨Olang⁩, ⁨Trentino-Südtirol⁩

Am nächsten Tag fuhren wir vom Pustertal ins Antholzer Tal und weiter über den Staller Sattel ins Defereggental. Die Fahrt vom Antholzer See hinauf Richtung Österreich ist jeweils von der 30. bis zur 45. Minute einer jeden Stunde möglich, in der Gegenrichtung von der 1. bis zur 15. Minute. Am Obersee, auf 2016 m Höhe, legten wir eine Pause ein und genossen den Blick auf die Riesenfererguppe im Norden und die Villgratner Berge im Süden. Einfach gigantisch, dieser Ausblick. Bis nach St. Jakob im Defereggen Tal war es nicht mehr weit, und wir legten in diesem sehr netten Ort einen Kaffee Stopp ein.
Der nächste Streckenabschnitt führte uns über Matrei und dem Felbertauerntunnel nach Rosental, wo wir uns in einem Gasthof mit einem super Blick auf den Großvenediger eine Speckplatte schmecken ließen. Über Krimml, mit seinen tollen Wasserfällen und dem landschaftlich schönen Gerlospass, fuhren wir nach Fügen. Hier hatten wir das Glück, im Hotel Edelweiß eine motorradfreundliche Unterkunft zu finden. Da es am Abend ein leichtes Gewitter hatte und unsere Ducati im Freien stand, stellte man uns am nächsten Morgen einen Eimer mit sämtlichen Utensilien zur Verfügung, um das Bike zu putzen.

Rast im Steigerwald
‎⁨Rasen-Antholz⁩, ⁨Trentino-Südtirol⁩,
Rast im Steigerwald
‎⁨Rast in Sankt Jakob in Defereggen⁩, ⁨Tirol⁩
Rast im Steigerwald
‎⁨Matrei in Osttirol⁩, ⁨Tirol⁩
Rast im Steigerwald
Speckplatte zum Mittagessen in ‎⁨Rosental⁩
Rast im Steigerwald
‎⁨Krimml⁩er Wasserfälle
Rast im Steigerwald
Utensilien für die Motorradwäsche vom Hotel Edelweiß
Rast im Steigerwald
Hotel Edelweiß in Fügen

Der letzte Tag bedeutete, Heimreise über den Achensee, Bad Tölz und München, wo wir noch einen Stopp für ein Weißwurst Frühstück einlegten.

Fazit: Auch wenn es eine sehr heiße Tour war, bei der wir oft Temperaturen bis an die 40°Grad hatten, und der Zeitpunkt für diese Tour, d.h. Anfang August nicht optimal war, da um diese Zeit sowohl in Deutschland als auch in Österreich und Italien Ferien sind, hat es riesigen Spaß gemacht. Wir haben die super Landschaften und die tollen Pässe sehr genossen, und freuen uns schon auf die nächsten Touren.

Von |2018-02-11T18:12:00+00:0027. Dezember 2017|Kategorien: Motorrad|Tags: , , , , , , |

4 Comments

  1. Linda 27. Dezember 2017 um 13:02 Uhr - Antworten

    Tolle Fotos, ganz klar… wie immer halt!! 🙂 Ja, stimmt, in Slowenien und Kärnten kann es genauso heiß sein, wie im Süden!! Aber beide Gegenden sind IMMER eine Reise wert! Wünsche euch noch viele Moped Reisen!!! Schaut doch mal nach Serbien… an der Donau entlang zu fahren ist HERRLICH!!! 🙂

    • Elisabeth Reuter 28. Dezember 2017 um 9:24 Uhr - Antworten

      Danke Linda. Für eine Tour nach Serbien werde ich mir dann bei dir Infos holen.

  2. Traudi 27. Dezember 2017 um 18:19 Uhr - Antworten

    Super Reisebericht, schöne Fotos!

Hinterlassen Sie einen Kommentar